Gartentherapie

GARTENTHERAPIE (horticultural therapy)

ist eine professionell begleitete, klientenzentrierte Behandlungsmethode, die gärtnerische Tätigkeiten nutzt, um spezifische therapeutische Ziele zu erreichen.
Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Maximierung sozialer, kognitiver, physischer und/oder psychischer Funktionen und/oder in der allgemeinen Steigerung von Gesundheit und Wohlbefinden (vgl. Haller 2006).

Neben dem aktiven Gärtnern besteht die Möglichkeit im Sinne der rezeptiven Gartentherapie die Natur wahrzunehmen und auf sich wirken zu lassen.

GARTEN & GÄRTNERN – EIN LEBENDIGES MEDIUM

Wie bei der tiergestützten Therapie ist auch in der Gartentherapie das Medium ein lebendiges.

Die Interaktion mit dem Lebewesen Pflanze, von dem der Mensch multifaktoriell abhängig ist (Photosynthese, Klima, Nahrungsgrundlage für Mensch und Tier, Baumaterial, Energielieferant, Kleidung, Werk- und Farbstoff, Heil-, Würz- und Genussmittel), mit dem er biologische Gemeinsamkeiten teilt, die alle Lebewesen aufweisen (Wachstum, Zellteilung, Entwicklung, Fortpflanzung, Energienutzung, Reaktionen auf die Umwelt, Altern und Tod) und ohne welches es kein Leben auf Planet Erde gäbe, ermöglicht ein Gefühl von tiefer Verbundenheit und intensiviert die Wahrnehmung mit allen Sinnen (vgl. Schneiter-Ulmann 2010, S. 39).

GARTENTHERAPIE ermöglicht Lösungen zu finden und Veränderung in Gang zu setzen durch

  • sinnstiftende Betätigungen im Zusammenhang mit Pflanzen im Außen- und Innenraum
  • Steigerung körperlicher Aktivität und Entwickeln eines neuen Körperbewusstseins (Embodiment)
  • intensive Naturerlebnisse und Wahrnehmung mit allen Sinnen 
  • Wiederentdecken „kindlicher“ NeugierdeBegeisterungsfähigkeit und Lebensfreude
  • Kultivieren eines Gefühls für den Ort, an dem wir leben, sowie Übernahme von Verantwortung für diesen
  • Erleben von Selbstwirksamkeit und praktischer Erfahrung 
  • Aufbau von Selbstvertrauen und Urvertrauen
  • Erlernen von Selbstfürsorge und Exekutiver Funktionen
  • Zugang zu kreativem und nonverbalem Ausdruck
  • Erfahrungsaustausch in der Gruppe und soziales Miteinander
  • Intuitives und koevolutives Lernen sowie Erwerb neuer Kompetenzen
  • Erproben unterschiedlicher Problemlösungsstrategien
  • Entdecken persönlicher Ressourcen
  • Konstruktiv-spielerischen Umgang mit Erfolg und Misserfolg
  • Achtsamkeit (Mindfulness) und (Selbst)Mitgefühl (Mindful Self-Compassion)
  • Erleben von Verbundenheit und Lebendigkeit
  • Wertschätzen von biologischer und kultureller Vielfalt

Von Alter, Geschlecht, Bildung, kulturellem und sozialem Hintergrund unabhängig

unterstützt die Gartentherapie Menschen in Kommunikation zu treten und innerhalb einer therapeutischen Beziehung neue Erfahrungen zu machen.

Der Einsatz von Natur kann dabei individuell unterschiedlich sein

  • gemeinsames aktives Gärtnern
  • bewusstes Erleben von Natur mit allen Sinnen
  • Spielen in der Natur
  • Gestalten von und mit Naturmaterialien
  • Naturphänomene als Symbol für etwas/jemanden
  • etc.

 

kindsnatur – spielend wachsen mit der Natur

kindsnatur – Mein Angebot (Grafik)

 

Studien & Literatur zum Thema gibt es hier (Studien & Literatur)